St. Moritz, 2010. Selektiver Projektwettbewerb, 5. Preis

Architektur: Buchner Bründler Architekten, Basel.

Ein Phänomen ist eine mit den Sinnen wahrnehmbare Erscheinung. Das Engadin befindet sich geografisch im Zentrum der Alpen und somit im Kern des höchsten Bergmassives Europas. Daraus resultieren geologische, topographische und meteorologische Phänomene, die zur besonderen Charakteristik dieser Gegend beitragen.

Im Aussen- wie im Innenraum des Projektes finden sich die Phänomene der alpinen Welt gestalterisch übersetzt: Felswände in der Kletterhalle, Felsspalten in der Gebäudestruktur, die fliessende, durch die Gletscher geformte Landschaft im Aussenraum und das Wasser als geologisch prägendes Element in der Natur. Letzteres ist in verschiedenen Formen wahrnehmbar: als Dampf, Regen, Eis, Schnee, Fliessgewässer und See. Beim Gelände, in dem sich der Perimeter befindet, handelt es sich morphologisch betrachtet um eine fliessende Landschaft, in der das neue Gebäude wie ein grosser Geröllbrocken zum Liegen kommt. Die Raumordnung des Aussenbereiches wird durch den Sonnenlauf und die Aussicht definiert.

In der Nutzung wird ein privater Aussenraum für die Badegäste und einen öffentlichen Raum, der mit der bestehenden Umgebung verschmolzen ist, unterschieden. Die Öffnung und Renaturierung des bestehenden, eingedohlten Bachs bis zur Via Mezdi bildet im Süden eine natürliche Grenze zwischen der öffentlichen Magerwiese und der privaten Liegewiese. Durch die Öffnung des Wasserlaufes wird das Element des natürlich fliessenden Wassers thematisiert.

Wasser ist das Hauptthema des Projekts: auf dem Eingangsplatz wird es in Form eines polygonalen Trinkbrunnens wahrgenommen, am Hang als natürliches fliessendes Gewässer, auf der Liegewiese in Form eines polygonalen Plantschbeckens, innerhalb des Gebäudes in Form kleiner und grosser Wasserbecken.

In den Gebäudeöffnungen – in Gebäudespalten und Höfen – sind verschiedene Aggregatzustände des Wassers zu finden: Regenwasser, Schnee, Eis und Dampf.

Neubau Hallenbad St. Moritz CH

Wettbewerb 5. Preis 2010