Zürich, 2010. Internationaler Projekt-und Ideenwettbewerb, 1. Preis

Architektur: Baumann Roserens Architekten, Zürich.
Bauherrschaft: Stadt Zürich.

@ Grün Stadt Zürich

Video Ausführung Pfingstweidpark März 2015
https://www.youtube.com/watch?v=lnI7QpdVwBg

Video Ausführung Pfingstweidpark November 2014
https://www.youtube.com/watch?v=JTP8w_hQJj4

@ Grün Stadt Zürich / Marc Werien

Der Projektperimeter für den künftigen Pfingstweidpark befindet sich im ehemaligen Industriegebiet im Westen der Stadt Zürich zwischen dem trockenen Gleisfeld der Bahnanlagen und dem Flusslauf der Limmat. Der Umstand, dass die grossflächigen Industrieanlagen rund um die Pfingstweidstrasse auf einem künstlich aufgeschüttetem Terrain erstellt wurden führte dazu, dass das heute noch als Schrebergartenareal genutzte Gebiet auf dem tieferen Niveau der ursprünglichen Pfingstweid liegt. Diese topographische Eigenheit bleibt als identitätsstiftendes Element auch mit der Umgestaltung zum öffentlichen Parkraum spürbar und wird erlebbar gemacht.

@ Grün Stadt Zürich / Marc Werien

Der neue Park ist typologisch als “sunken garden“ konzipiert, einem aus England stammenden historischen Parktyp, welcher mittels einer begrünten und meist durch eine Wasserfläche gestaltete Senke das Sinnbild des Paradiesgartens aufnimmt. Das Herz des Parks ist durch einen lichten Eichenmischwald gekennzeichnet, der wie damals, als hier noch Stiel- und Trauben-eichen als Waldweide existierten, extensiv von der Allgemeinheit genutzt wird.

Landschaftsarchitektonisches Thema für die Gestaltung des neuen Pfingstweidparks ist der erlebbare Übergang von der trockenen Stadtebene zur feuchten Senke der baumbestandenen Rasenfläche. Die Ränder sind als unterschiedlich stark ausformulierte gebaute Kanten konzipiert und mittels Stützmauern, Treppen, terrassierten Böschungen und Mauern gestaltet. Der modellierte Randbereich versteht sich als Übergangszone und bildet einen Rahmen, in welchem Tiere und Pflanzen ihren neuen Lebensraum finden.

Zu einem grossen Teil besteht der Park aus Abbruchmaterial von ehemaligen Industriegebäuden, beispielsweise 200m3 Betonabbruch aus Fundamenten und Bahnsteiganlagen, 140m Winkelplatten und 170m3 kiesiges Dachsubstrat aus dem Bahnhofabbruch entlang der Europaallee. Ausserdem wurden 1200m3 Humus aus der Sportplatzbaustelle Utogrund auf die Baustelle transferiert. Das Wiedervewenden von Material im Park trägt zur Umsetzung des Konzepts der Stadterosion als bestehender Kreislauf in der Stadt bei. Neben dem ökologischen Mehrwert werden durch das Recycling von Material aus der gleichen Stadt Transport-, Entsorgungs- und Beschaffungskosten minimiert.

Pfingstweid, Quartierpark mit Schulanlage Zürich West CH

Wettbewerb 1. Preis 2010. Projekt 2015