Zürich, 2012. Projektwettbewerb im selektiven Verfahren, 4. Preis

Architektur: Meier Hug Architekten, Zürich.
Bauherrschaft: Stadt Zürich.

Die Lehmablagerungen der Binz,  entstanden seit der vierten Eiszeit durch Auswitterung der Steilhänge des Uetlibergs. Seit dem Mittelalter wurde in der Binz Lehm abgebaut und in Ziegelhütten an der Sihl gebrannt. In den 1980er-Jahre waren weite Teile der Grube bereits überbaut, der restliche Teil wurde mit Bauschutt aufgefüllt. Das Projekt beabsichtigt den vor Ort vorkommenden Lehm sichtbar zu machen und verwendet dabei die gestalterische Sprache des damaligen Lehmabbaus, der aus terrassierten Hängen bestand.

Die dichte, urbane Überbauung der Kiesebenen des Sihl- und Limmattals steht im Gegensatz zum Gartenstadtcharakter der moränenartigen und lehmigen Hangquartiere der Binz, Heuried, Gutquartier und des Friesenberges. Der Friesenberg stellt darunter das früheste Beispiel eines Gartenstadtquartiers in der Stadt Zürich dar. Die höher gelegenen Teile des Friesenberges wurden schon um 1930 der Freihaltezone zugewiesen. Hier finden sich Familiengärten, Sportplätze, ein Friedhof und Wiesen. Spazierwege begleiten die Bachläufe und bilden verkehrsfreie Verbindungen zu den Schulen und Kindergärten, die stets in ihrer Nähe angelegt wurden.

Drei Aussenraumtypen, die räumlich ineinander verschränkt die verschiedenen Bereiche der Anlage miteinander verweben lässt und damit die Durchlässigkeit und die verkehrsfreie Verbindungen im Quartier, besonders hangauf- und abwärts fördern, lassen sich wie folgt unterscheiden.

Eine Promenade, die durch bestehende und neue Robinien beschattet und durch Mauernelemente und Kiesbelag untergliedert wird, verläuft am sonnigen Strassenrand der Schweighofstrasse. Die Kiesflächen dienen dabei als Baumscheibe und bespielbare Oberfläche zugleich. Der an die Promenade anschließende und durch Materialisierung und Baumstellungen mit ihr verbundene innere Bereich ist durch die unterschiedlichsten Charakteristiken des Lehmabbaus gekennzeichnet. Diese Bereiche, bestehend aus zwei Plätzen und topografisch verspielten Durchgängen, bietet Flächen für kleines Gastgewerbe , Feste und verschieden Spielmöglichkeiten die, wie auf der Promenade, durch die Oberflächen gekennzeichnet sind. Der Baustoff Lehm soll dabei nicht nur symbolisch für diese Räume Verwendung finden, sondern in vorm von Mauern und Bodenbeläge auch reale. Eine mit Hecken, Wiesenböschungen und Obstbäume durchzogene Gartenlandschaft vervollständigt durch ihre offenen bis intimen Räumen die Aussenraumtypen. Eine Vielzahl unterschiedlichste Nutzungen können in dieser Gartenlandschaft stattfinden. Grosse Wiesenflächen können für Ballspiele genutzt werden, die verspielt angeordneten Hecken bieten Rückzugsorte für Kinderspiele.

Durch die räumliche Transparenz der Aussenraumtypen wird die für die Gartenstadt typische Durchlässigkeit gewahrt und zugleich eine Vielzahl an Massstäben geboten die unterschiedlichten Nutzerbedürfnissen gerecht werden

Zentrum Friesenberg Zürich Wiedikon CH

Wettbewerb 4. Preis 2012